Welpentagebuch E-Wurf 2019


In diesem Welpentagebuch tragen wir fortlaufend den Entwicklungsstand der Welpen ein. Zudem berichten wir über aktuelle Geschehnisse aus dem Welpenzimmer bzw. Welpengarten. Auch das Gewicht und andere Aspekte der Aufzucht werden hier dokumentiert und wöchentlich aktualisiert (Gewicht und Aufzucht). Alles rund um die Geburt ist im Geburtsprotokoll nachzulesen.


Prägungsphase 4. - 7. Lebenswoche (11.09. - 02.10.2019)
& sensible Phase 3. bis 15./16. Lebenswoche (04.09.  - 27.11./04.12.2019)


An dieser Stelle gibt es einige Überschneidungen der verschiedenen Phasen. Man spricht auch von der sensiblen Phase, die von der 3. Lebenswoche bis zur 15./16. Lebenswoche andauert bzw. von der Sozialisierungsphase, die von der 4. bis zur 16. Lebenswoche verläuft. Wir beginnen hier mit der Prägungsphase, da diese sowohl Bestandteil der sensiblen Phase auch Bestandteil der Sozialisierungsphase ist.

Eine Prägung ist in dieser Zeitspanne von entscheidender Bedeutung, da sie nur in diesem Zeitfenster möglich ist. Die Welpen werden auf Menschen, Artgenossen, Gerüche, Geräusche und viele andere Einflüsse geprägt. Eine intensive Beschäftigung mit den kleinen Flatis gehört ebenso zu unseren Tätigkeiten, wie die Bereitstellung verschiedenster Erfahrungsräume (siehe dazu Unsere Zucht). In dieser Phase wird die Qualität der Beziehungen zum Menschen ebenso nachhaltig grundgelegt wie Bindungsfähigkeit, Aggressionsbereitschaft, Motivation, Gesellschaftsbedürfnisse und die Fähigkeit zur Eingliederung in eine Gruppe. Lern- und Erfahrungsräume, Abwechslung und Vielfältigkeit von Reizen spielen hierbei eine große Rolle.

Wir legen allergrößten Wert auf eine möglichst optimale Prägung und Sozialisation unserer Welpen. Daher investieren wir sehr viel Zeit und Mühe in die Aufzucht und in die Bereitstellung vielfältiger Erfahrungsräume - ohne die kleinen Hunde zu überfrachten. Auch hier ist mit Maß und Ziel vorzugehen beziehungsweise: mit Herz und Verstand!

Die kleinen Schwarznasen werden zunehmend aktiver und setzen sich verstärkt mir ihrer Umwelt auseinander. Auch ihre Fähigkeiten verändern sich: sie werden schneller, können ihre Bewegungen besser koordinieren und spielen differenzierter mit ihren Wurfgeschwistern. Wir verbringen viel Zeit mit ihnen, z. B. auch in der Welpenbox und lassen uns von den kleinen Rackern 'entdecken.' Sie sollen möglichst viele positive Erfahrungen mit Menschen machen können.


Übergangsphase 3. Lebenswoche (04. - 11.09.2019)
(Eintrag am 14.09.2019)

Das Nervensystem entwickelt sich sozusagen entlang des Körpers, beginnend beim Kopf. Dort sind die elementarsten Sinnesorgane sowie das Gehirn angesiedelt. Der Welpe kann zunächst lediglich Pendelbewegungen mit dem Kopf ausführen und mühsam vorwärts robben. In einem nächsten Schritt kann das Hundekind den Kopf positionieren und halten, dann die Vorderbeine aufstellen und die Hinterbeine nachziehen, bevor auch diese aufgestellt werden können. Am Ende der dritten Lebenswoche sind die Welpen in der Lage zu hören, zu sehen, Wärme zu regulieren, ihre  Muskulatur zu koordinieren, bereits erste eigene Neugier zu befriedigen sowie sich eigenständig zu lösen. Zudem entwickelt sich das Milchgebiss, die ersten Zähnchen zeigen sich und sind sehr spitz. Die Entwicklung des Milchgebisses dauert etwa bis zum vierten Lebensmonat an. Erste Spielchen mit den Wurfgeschwistern lassen sich ebenso beobachten wie Knabberversuche anderer Art.

Diese Woche hat uns vor besondere Herausforderungen gestellt. Maja bekam eine sich rasent entwickelnde Mastitis (Gesäugeentzündung) an einer Zitze, die eines Abends aufbrach. Sie hatte hohes Fieber, keinen Appetit und eine sehr heiße Stelle am Gesäuge. So etwas passiert ja immer gerne zu Unzeiten, dennoch erreichten wir unseren Tierartz der sogleich mit Rat und Tat zur Stelle war. Für uns bedeutete das ab sofort, Maja bei jeder Trinkmahlzeit der Welpen, die offene Stelle mit der Hand zu zu halten, damit sie dort nicht durch die Krallen der Kleinen verletzt wird und, damit die Welpen möglichst kein Sekret aus der offenen Wunde aufnehmen. Maja hat ca. alle 2 - 3 Stunden gesäugt. Dieses Procedere haben wir ca. 8 Tage lang fortgesetzt, bis die offene Stelle wieder weitgehend geschlossen war. Dadurch ging ihre Milchleistung etwas herunter, so dass wir a) die kleinen Racker täglich mehrfach gewogen haben und die Welpen (es waren immer andere), die wenig zunahmen, mit dem Fläschchen zugefüttert haben. Ich sage nur: auch Trinken aus dem Fläschchen will gelernt sein. :-)

Da die Kleinen nun deutlich aktiver sind, gibt es Veränderungen in der Umgebung. Sie können im Laufe der 3. Lebenswoche deutlich besser gehen, die Augen und Ohren öffnen sich und sie beginnen uns mehr und mehr wahrzunehmen. Mit diesen Entwicklungsschritten geht einher, dass sich die Welpen von ihrem Liegeplatz fort bewegen, um sich zu lösen. Diese Eigenschaft nutzen wir für die Erziehung zur Stubenreinheit. Dazu differenzieren wir die Unterlagen in der Wurfbox und im Welpenauslauf: Wir legen neben die Vetbeds und anderen feinen Liegeplätze Zeitungspapier aus. Diese Strategie zeigt erste Erfolge, die Vedbeds bleiben zunehmend trockener, da die kleinen Racker das Zeitungspapier als Löseplatz gerne annehmen. Wir tauschen dies laufend aus, so dass es immer trocken ist in der Welpenstube. Es ist ein erster Schritt in Richtung Reinlichkeitserziehung.


Neonatale Phase 1. und 2. Lebenswoche (21.08. - 04.09.)

Erste Lebenswoche - 21. - 27. August 2019
(Eintrag am 29.08.2019)

Welpen sind Nesthocker und benötigen daher eine intensive Brutpflege seitens der Hundemutter. Unsere Aufgabe besteht darin, für eine optimale Pflege der Hündin und eine ideale Umgebung der Welpen zu sorgen. Die Hygiene spielt eine sehr große Rolle. So wird das Welpenzimmer und die Wurfbox mehrmals täglich gründlich gereinigt. Kommt Maja vom Garten zurück, wird sie ebenfalls zunächst einmal gesäubert. Auch muss die Temperatur im Welpenzimmer hoch genug sein, da die Welpen ihre Temperatur noch nicht regulieren können. Wir haben ca. 25 °C, ideal ist eine Temperatur in dieser Zeit zwischen 24 und 28 °C. Wir haben die Wurfkiste mit Vetbeds und Leintüchern ausgestattet, zwei Pet-Wärmeplatten und Wärmflaschen ergänzen den Komfort. :-)

Die Welpen beschränken sich in dieser Phase primär darauf, Milch aufzunehmen und viel zu schlafen. Sie können bereits Wärme empfinden, was dazu führt, dass sie im Lager eng bei der Mutter und bei den Geschwistern bleiben. Zudem können die Welpen mit ihrer Wärmeempfindung das Gesäuge der Mutter leichter finden, da dieses wärmer ist als die übrigen Körperbereiche. Charateristisch für diese Phase ist die Pendelbewegung des Kopfes bei der Suche nach der Milchquelle. Dabei sind Wärmesensoren relevant, die sich im Kopfbereich der Welpen befinden.

Zusammenfassend: Die Welpen können in der neonatalen Phase Wärme empfinden und Pendelbewegungen mit dem Kopf ausführen sowie sich robbend vorwärts bewegen. Die Hundekinder können noch nicht sehen, hören, ihre Wärme noch nicht regulieren und sich noch nicht lösen. Letzteres löst die Mutterhündin aus, indem sie ihre Welpen beleckt.

Es ist sehr spannend zu beobachten, wie mobil und zielstrebig die kleinen Racker sich zur "Milchbar" von Maja bewegen. Alle Welpen zeigen sich geschickt beim säugen und in den Ruhephasen dazwischen sehr relaxed. In der ersten Lebenswoche gibt es verschiedene "Herausfordungen"  bzw. "Anforderungen" bzgl. der Wurfbetreuung. Maja liebt es ab dem 3. Tag, zwischen ihren Säugephase in den Garten zu gehen, um dort durch die feuchte Wiese zu streifen, um sich dort in eine der fein kühlen "vermeintlichen Wurfhöhlen" (die bevorzugterweise aus Erde bestehen) zu legen/zu suhlen oder auch um im Brunntrog ein Bad zu nehmen. Dies ist insofern "spannend", da es die Welpen besonders in den ersten drei Lebenswochen, trocken, sauber und warm haben sollten. Maja geht in dieser ersten Woche jede Nacht vier bis fünf Mal hinaus, tagsüber häufiger. Das bedeutet jedes Mal, wenn sie wieder herein kommt, muss sie gründlich abgeputzt und trocken gerieben werden, bevor sie wieder zu ihren Zwergen darf. Den Brunntrog haben wir derzeit ausgelassen und bei Regenwetter gehen wir gemeinsam hinaus, damit sich ihre "SPA-Einheiten" ein wenig in Grenzen halten.

Maja lässt die anderen Hündinnen in den ersten Tagen noch nicht ins Welpenzimmer. Gegen Ende der ersten Lebenswoche dürfen sie zwar das Welpenzimmer betreten, aber nicht zur Wurfbox gehen. Nur Aika darf sich im zweiten Teil der Wurfbox aufhalten. Sie tut dies gern und oft am Tag. Wenn Maja den Raum verlässt, geht sie auch zu den Welpen und beleckt sie. Maja soll auch viel Ruhe mit ihren Kleinen haben und nicht gestresst werden.  Daher sorgen wir dafür, dass sich die anderen Hündinnen (außer Aika) nicht im Welpenzimmer aufhalten.

24/7 - Wir betreuen Maja und ihre Babys rund um die Uhr. Tagsüber ist immer jemand von uns im oder nahe beim Welpenzimmer und in der Nacht schläft jemand von uns im Welpenzimmer.  Es sind auch in der Nacht Reinigungsarbeiten zu erledigen, Vetbeds/Leinzücher zu tauschen, Maja benötigt Futter und muss hinaus in den Garten (dann wieder sauber hinein zu den Welpen).

Schön ist, dass sich die Zwerge gut entwickeln, zielstrebig und ausgiebig trinken, mobil und vital sind und in den Trinkpausen fein zur Ruhe kommen. Und Maja geht es sehr gut. Sie ist sehr fürsorglich mit ihren Babys und kümmert sich Tag und Nacht liebevoll um sie. Sie hat ein schönes, glänzendes Fell und haart GsD nicht ab. Wir freuen uns sehr darüber und sehen der zweiten Lebenswoche mit Spannung entgegen.

2. Lebenswoche 28. August - 04. September
(Eintrag 4. September)

Im Laufe der zweiten Lebenswoche haben die Welpen enorme Entwicklungsschritte vollzogen: Das Robben der ersten Lebenswoche hat sich zu ersten wackeligen Gehversuchen gemausert, die Augen haben begonnen sich zu öffnen, es gibt erste Reaktionen auf Geräusche. Zudem suchen sich die Zwerge in der Wurfbox gezielter für sie angenehme Ruheplätze - ganz unterschiedlich: manch eine/r liegt gerne auf bzw. an einer Wärmflasche, manch eine/r unter dem Welpenschutz, manch eine/r mitten in der Wurfbox, manch eine/r mit dem Rücken zur Wand der Wurfbox und/oder sie kuscheln sich gerne an ihre Wurfgeschwister. Auch die Schlafpositionen sind verschieden: von der Rückenlage über die Seiten- und Bauchlage ist alles vertreten. Sie "kraxeln" auch bereits auf die 4 cm hohe Sabro-Matte - dort liegt es sich halt besonders fein. Auch die "Sprache" der Kleinen hat sich entwickelt, sie geben in spezifischen Situationen spezifische Laute von sich: Auf der Suche nach dem feinsten Ruheplatz, auf der Suche nach der Milchquelle oder nach dem Trinken beim "Schlafrankeln" ist ein kleines Laut-Spektrum zu vernehmen - das reicht vom lautstarken "Welpen-Winseln" über unterschiedlich lautes Raunzen bis hin zu wohligem Grunzen. Die motorischen Fähigkeiten haben sich auch anderweitig verändert, so können die Welpen sich hin- und herrollen, sich ein wenig aufsetzen und ihre Köpfe deutlich und länger in die Höhe halten zum Wittern und Navigieren.

Alle haben schön an Gewicht zugenommen, die Gewichtstabelle zeigt ein differentes Spektrum - wie in fast jedem Wurf ist die Gewichtsverteilung vom "Leicht- über das Mittel- bis zum Schwergewicht" vorhanden. :-) Wir wiegen die Welpen derzeit noch zwei Mal täglich, um zu sehen, ob alle regelmäßig und genug zunehmen. Diesbezüglich beobachten wir durchaus an verschiedenen Tagen bei den verschiedenen Welpen Unterschiede, so dass wir diejenigen, die im Laufe von 24 sehr wenig zunehmen ein wenig mit Welpenmilch zufüttern. Dies sind nicht immer dieselben Welpen. Jede/r verschläft einmal eine "Mahlzeit" oder gelangt an eine Zitze mit weniger Milch.

Maja geht es gut, sie hat nach wie vor schönes, glänzendes Fell und frisst seit Ende der zweiten Lebenswoche der Welpen auch wieder ihr normales Futter. :-) Sie bekommt nun alle 3 - 5 Stunden Futter, Tag und Nacht. Ihre momentanen Futterzeiten sind unterschiedlich, sie zeigt an, wenn Sie etwas benötigt. Majas Futter-Bedarf steigt derzeit mit dem Wachstum der Welpen. Natürlich ist ihre Milch sehr nahrhaft, dennoch benötigen die kleinen Racker ordentliche Mengen, die Maja produzieren muss. Aktuell frisst sie ca. die fünf- bis sechsfache Menge ihrer üblichen Tagesration - das Motto: "all you can eat."