Welpentagebuch D-Wurf


Die Geburt

Maja hat es spannend gemacht. Die Verpaarung mit Luca war am 3. und 4. April, so haben wir den Wurf spätestens am 3. Juni (Tag 63) erwartet. Eigentlich 1 - 2 Tage früher, Mama Quincey hat ihre Welpen an Tag 61/62 geboren. Die Zeit vergeht und vergeht, es naht der
1. Juni, der 2. Juni, der 3. Juni und es lassen sich keinerlei Anzeichen für eine herannahende Geburt ausmachen. Da dies am 4. Juni noch recht unverändert ist, bis auf minimale Anzeichen wie vereinzeltes "Nest bauen" im Wurfzimmer oder vereinzeltes Graben an den Wurfhöhlen im Garten, suchen wir am Nachmittag den Tierarzt für einen Ultraschall auf. Wir möchten sicher gehen, dass die Herztöne der Welpen eine vitale Frequenz zeigen und es ihnen gut geht. Einziger Hinweis, dass die Geburt in den 1 - 2 Tagen einsetzen könnte, war ein Absinken von Maja's Körpertemperatur um 1,5 °C am Vormittag und ein Lösen des Gebärmutterpropfes um 13.30 Uhr. Da dem bis 18.30 Uhr jedoch keinerlei Wehenzeichen (z. B. Hecheln) folgt, suchen wir den Tierarzt auf. Der Ultraschall gibt sehr vitale Herzaktionen der Welpen wieder und eine kleine Öffnung des Muttermundes ist ertastbar. Also entscheiden wir uns noch nichts weiter zu unternehmen. Am 5. Juni ist Maja noch immer sehr ruhig, kein Hecheln und keine vermehrte Unruhe. Um 16 Uhr suchen wir unseren Tierarzt erneut auf und dieser stellt vitale Herzfrequenzen der Welpen fest sowie eine deutlich größere Öffnung des Muttermundes. Daher fahren wir mit Maja heim und hoffen auf eine natürliche Geburt in der Nacht, was tatsächlich auch der Fall war.

Im Laufe des Abends sind Maja die Wehen deutlich anzumerken, ihre Bewegungen und Rutenhaltung deutet an, dass der erste Welpe nicht mehr lange auf sich warten lässt. Nur: Sie möchte nicht in der Wurfkiste bleiben (obwohl diese wirklich geräumig ist und fein ausgestattet mit Vetbeds, Kissen usw.). Also gehen wir mit ihr an der Leine in den Garten, vielleicht muss sie sich ja noch einmal lösen. Nein, wieder Anzeichen, dass Welpe Nr. 1 am Weg ist. Erneut gehen wir mit ihr hinein in die Wurfkiste. Maja setzt sich hin und es kommt keine Presswehe mehr. Nun geben wir endgültig nach und begeben uns mit ihr an der Leine und mit Leintüchern (und weiteren Utensilien) in den Garten, wo nahe unserer Haselnusshecke kurz danach ein kräfiger Rüde auf unseren Leintüchern, im Gras, das Licht der Welt erblickt. Maja öffnet die Fruchthülle, nabelt den Rüden ab, beleckt ihn und stubst ihn ein wenig mit ihrem Fang "vital." Alles sehr instinktsicher, ohne jede Komplikation. Wir tragen ihn hinein, Maja folgt uns und die übrigen sieben Welpen erblicken in der Wurfkiste das Licht der Welt. Alle beginnen nach und nach zu saugen und Maja umsorgt sie liebevoll. Wir sind überglücklich, dass alle 8 Welpen gesund und munter sind und unsere Maja die Geburt so gut und problemlos gemeistert hat. :-) Das Durchschnittsgewicht betrug 425g.


Neonatale Phase 1. und 2. Lebenswoche (05. 06. - 19. 06. 2018)

Beginn der ersten Lebenswoche - 5. Juni 2018

Welpen sind Nesthocker und benötigen daher eine intensive Brutpflege seitens der Hundemutter. Unsere Aufgabe besteht darin, für eine optimale Pflege der Hündin und eine ideale Umgebung der Welpen zu sorgen. Die Hygiene spielt eine sehr große Rolle. So wird das Welpenzimmer und die Wurfbox mehrmals täglich gründlich gereinigt. Kommt Maja vom Garten zurück, wird sie ebenfalls zunächst einmal gesäubert. Auch muss die Temperatur im Welpenzimmer hoch genug sein, da die Welpen ihre Temperatur noch nicht regulieren können. Wir haben ca. 25 °C, ideal ist eine Temperatur in dieser Zeit zwischen 24 und 28 °C.

Die Welpen beschränken sich in dieser Phase primär darauf, Milch aufzunehmen und viel zu schlafen. Sie können bereits Wärme empfinden, was dazu führt, dass sie im Lager eng bei der Mutter und bei den Geschwistern bleiben. Zudem können die Welpen mit ihrer Wärmeempfindung das Gesäuge der Mutter leichter finden, da dieses wärmer ist als die übrigen Körperbereiche. Charateristisch für diese Phase ist die Pendelbewegung des Kopfes bei der Suche nach der Milchquelle. Dabei sind Wärmesensoren relevant, die sich im Kopfbereich der Welpen befinden.

Zusammenfassend: Die Welpen können in der neonatalen Phase Wärme empfinden und Pendelbewegungen mit dem Kopf ausführen sowie sich robbend vorwärts bewegen. Die Hundekinder können noch nicht sehen, hören, ihre Wärme noch nicht regulieren und sich noch nicht lösen. Letzteres löst die Mutterhündin aus, indem sie ihre Welpen beleckt.

Es ist sehr spannend zu beobachten, wie mobil und zielstrebig die kleinen Racker sich zur "Milchbar" von Maja bewegen. Alle acht Welpen zeigen sich geschickt beim säugen und in den Ruhephasen dazwischen sehr relaxed.

Beginn der zweiten Lebenswoche - 12. Juni 2018

Die erste Woche verging wie im Flug. Alles hat sich schön eingespielt: Maja hat sich sehr gut in ihrer neue Rolle eingefunden und umsorgt ihre acht Babies liebevoll, rund um die Uhr. Die ersten beiden Tage hat sie die Wurfbox kaum verlassen. Inzwischen liegt sie hin und wieder vor der Wurfbox und geht auch gerne einmal hinaus in den Garten. Und sie hält das "Nest" sehr rein, versäubert die Welpen und ihre Umgebung.

Am 10. Juni haben wir allen das erste Mal die Krallen geschnitten. Es ist erstaunlich, wie geschickt die Hundekinder sind. Instinktsicher robben sie zur Wärme und Muttermilch. Sie haben schöne Fortschritte gemacht und werden immer mobiler. Sie bewegen sich schneller und beginnen bereits damit, sich auf die Vorderläufe zu stemmen, noch etwas wacklig natürlich, aber immerhin. Zu beobachten war das heute bei dem roten und grünen Rüden, der schwarze Rüde (ohne Farbmarkierung) ist für kurze Zeit gesessen. Alle haben Tag für Tag zugenommen, siehe dazu auch die aktuelle Gewichtstabelle oben.

Hope 6.6.2018 - 12-6-2018

Leider gibt es in der Aufzucht auch immer sehr traurige Momente. Diese gibt es nun bei uns. Der letztgeborene Welpe, eine Hündin (Hündin WEISS) verstarb gestern Abend. Sie war schon bei der Geburt sehr schwach, hat sich die Tage darauf aber gut entwickelt. Die Kolik, die sie vorgestern ereilte, hat ihr trotz rascher Tierarzt-Behandlungen und Medikationen zu sehr zugesetzt. Wir sind unendlich traurig, dass wir sie gehen lassen müssen. Sie ist uns gerade aufgrund ihren schweren Starts sehr ans Herz gewachsen. Trotz sieben vitaler Welpen wirkt die Wurfbox jetzt lerr. Sie fehlt uns, die kleine Hündin. R.I.P. liebe Hope.


Zur zweiten Lebenswoche - 19. Juni 2018

Nun ist die zweite Lebenswoche vorüber und es hat sich sehr viel getan, die Welpen haben sich enorm entwickelt. Sie haben ihr Geburtsgewicht mehr als verdoppelt, alle haben im Laufe dieser Woche ihr Augen geöffnet und begonnen - wenn auch noch recht wacklig - zu gehen. Zudem reagieren sie nun auf Geräusche, d. h. auch die Ohren haben begonnen sich zu öffnen. Wenn Mama Maja zum Beispiel etwas trinkt oder frisst (ihr Trink- und Fressnapf steht direkt bei der Wurfkiste), wachen sie nach und nach auf und beginnen sie zu suchen - begleitet von entsprechenden Lauten. Seit gestern lösen sie sich auch (pieseln) und gehen dazu von ihrem Liegeplatz zu dem mit Zeitungspapier ausgelegten Teil der Wurfkiste. Auch wenn der Staubsauger ertönt, kommt Bewegung in das kleine Welpenrudel, manche gehen herum, manche schlafen weiter. Manchmal setzten sie sich auf und schauen nach oben, wenn sie unsere Stimmen hören. Wir haben den Welpen in dieser Woche zudem die Krallen geschnitten und sie entwurmt. Das Angebot in der Wurfkiste ist nun etwas größer, es gibt dort neben Vetbeds und Zeitungspapier auch Liegekissen und Wärmflaschen inmitten der Wurfkiste. Es beginnt morgen die dritte Lebenswoche - die Übergangsphase.


Übergangsphase 3. Lebenswoche (20. - 26. 06. 2018)

Das Nervensystem entwickelt sich sozusagen entlang des Körpers, beginnend beim Kopf. Dort sind die elementarsten Sinnesorgane sowie das Gehirn angesiedelt. Der Welpe kann zunächst lediglich Pendelbewegungen mit dem Kopf ausführen und mühsam vorwärts robben. In einem nächsten Schritt kann das Hundekind den Kopf positionieren und halten, dann die Vorderbeine aufstellen und die Hinterbeine nachziehen, bevor auch diese aufgestellt werden können. Am Ende der dritten Lebenswoche sind die Welpen in der Lage zu hören, zu sehen, Wärme zu regulieren, ihre  Muskulatur zu koordinieren, bereits erste eigene Neugier zu befriedigen sowie sich eigenständig zu lösen. Zudem entwickelt sich das Milchgebiss, die ersten Zähnchen zeigen sich und sind sehr spitz. Die Entwicklung des Milchgebisses dauert etwa bis zum vierten Lebensmonat an. Erste Spielchen mit den Wurfgeschwistern lassen sich ebenso beobachten wie Knabberversuche anderer Art.

20. Juni 2018 - Entwicklung

Es ist erstaunlich, wie rasch sich die Welpen entwickeln. Seit heute nehmen sie uns bewusst wahr, z. B. wenn wir bei  ihnen in der Wurfkiste sind. Sie kommen auf uns zu, beschnuppern uns vorsichtig und zeigen verschiedene andere Reaktionen. Beispielsweise hat Mrs. Orange bei der Kontaktaufnahme mit mir - schon sehr flattypisch - ein wenig mit ihrer kleinen Rute gewedelt. Die Kleinen nehmen auch ihre Wurfgeschwister nun anders wahr, erste kleine Spielmomente sind zu beobachten. Mr. Red hat zum Beispiel Mr. Black ein wenig den Fang beschnuppert bzw. ganz leicht beleckt und Mr. Blue hat sich im Rahmen eines kleinen Spiels entspannt vor Mr. Green auf den Rücken gelegt. Die kleinen Racker haben ja von Geburt an viel Kontakt untereinander, sie liegen jedoch dabei primär Übereinander oder nebeneinander. Jetzt erscheint die Kontaktaufnahme begleitet von der Fähigkeit zu sehen und daher gezielter.